logo

touch less

Eine Visualisierung veränderter Formen des Freizeit- bzw. Konsumverhaltens innerhalb von zwei Lebeszyklen
Ein Projekt von Melanka Helms nach einer Idee von Bernd Eickhorst.
Schwarz-weiß-Fotografien aus einem Familienalbum kombiniert mit zeitgemäßen Interpretationen der alten
Bildinhalte.

Die reproduzierten Bilder zeigen eine Familie, deren Vater ein Boot baut; mit diesem wird später ein Ausflug unternommen.
Als Antwort auf diese Aufnahmen sind drei neue Bilder entstanden:

• Das erste Bild zeigt ein Mädchen in der Euphorie des Auspackens eines neu erstandenen Produkts und
bezieht sich auf die Serie des Boot-Bauens von den alten Bildern.
• Auf dem zweiten Bild ist ein junges Mädchen mit einem Handy an einer Bushaltestelle zu sehen, es steht
in Verbindung zu dem Bild, auf dem das Kind, von den Eltern behütet, im Boot sitzt.
• Das Motiv des dritten Bildes ist eine Familie, die sich zusammen vor dem Fernseher befindet aber jeder
geht seiner eigenen Tätigkeit nach. Das zugehörige alte Bild zeigt eine Familie beim gemeinsamen Picknick
während der Bootsfahrt.

In der reproduzierten SW-Serie steht die Aktivität des Schaffens und das Miteinander im Mittelpunkt. Es
geht um menschliche Bedürfnisse, wie das Bauen eines Bootes mit den eigenen Händen und die Nähe der
Familienmitglieder zueinander.

Auf den farbigen Bildern der heutigen Familie wird kaum etwas zusammen unternommen. Die Bedürfnisbefriedigung
besteht nichtmehr darin, etwas über einen längeren Zeitraum selbst zu erschaffen, sondern
hauptsächlich darin, zu konsumieren. Soziale Kontakte werden mit Smartphones und digitalen Medien
gepflegt. Im Mittelpunkt steht der Fernseher.
In der alte Serie: Ein Junge, der nicht schwimmen kann, ohne Schwimmweste, nur mit seinen Eltern.
Heute: das Handy als Symbol der Gemeinschaft, als Kontakt in die Außenwelt. Als Retter in der Not?
In den drei Aufnahmen werden die gleichen Personen wieder aufgegriffen, um die Bilder besser miteinander
in Verbindung zu bringen. Zur Verdeutlichung der Monotonie des heutigen Lebens werden alle Charaktere
vom selben Modell dargestellt.

Umgesetzt sind die Bilder, nicht nur inhaltlich, im krassen Kontrast zu den schlichten schwarz-weiß-Repros.
Die Farben sind knallig und die Charaktere übertrieben.

Mit der bewusst provokant überspitzen Darstellung möchte ich den Betrachter zum Nachdenken über seine
eigene Position anregen. Steht er eher auf der handwerklichen DoItYourself-Seite oder ist er ein moderner
digital Native, der ohne sein Smartphone nicht aus dem Haus geht?

www.melanka.net-touchless-1

www.melanka.net_touchless-2

www.melanka.net_touchless-3

 

Post Details

Posted: 11/07/2014

By:

Comments: 0

Post Categories

Projekte